• walschneckendenken

    Wenn Sklaven über Freiheit spekulieren,
    sich gar einbilden, etwas davon zu verstehen -
    wieviel Brauchbares kann dabei herauskommen?
    Nein, diesbezüglich spielt keine Rolle,
    welchem Herrn sie bewusst oder unbewusst dienen.
    Oder würden Sie einem Blinden
    selbstgemaltes Bild abkaufen,
    nur weil er Ihnen anschaulich schildert,
    er sei aus diesen oder jenen Gründen
    bzw. sowieso nur theoretisch erblindet?
    Ich würde es unter Umständen tun -
    jedoch aufgrund ureigener Motive,
    die ich höchstwahrscheinlich
    schmunzelnd für mich behielte.

    Das Gros der Menschenwelt
    ist erschreckend schlicht gestrickt.
    Wogegen nichts zu sagen wäre,
    vermasselte es nicht regelmäßig echten Spaß
    und sorgte für sinnbefreites Endlosschwermeer.
    Keine Ahnung, warum so viele nicht wissen,
    was sie tun.
    Schon gleichnamiger Film
    gab sich seinerzeit damit zufrieden,
    die Tatsache als Ursache zu nennen.
    Und beschränkte sich darauf,
    Auswirkungen von etwas zu beschreiben,
    das in sich höchst fragwürdig ist.

    Walschneckenperspektive sieht es so:
    Angeblich aufgeklärte und freie Menschen
    opfern Lebenszeit anonymer Informationspflicht.
    Für Informationen,
    die sie spürbar schlecht draufbringen.
    Statt dieses freudlose Tun einfach zu unterlassen,
    opfern sie noch mehr Lebenszeit und -energie,
    fremdverursachter schlechter Stimmung zu frönen.
    Und deklarieren die dann als Realitätsbewusstsein.
    Welches sie natürlich nicht besser draufbringt,
    doch daran scheint ihnen offensichtlich
    recht wenig gelegen zu sein -
    weil Lebensfreude für sie etwas,
    auf das man Anspruch an andere stellen kann.
    Sofern die dem Anspruch nicht genügen,
    beschließt man halt folgerichtig Trotzreaktion.
    Und erklärt diese für noch realitätsbewusster.
    Ääääähm ..... wird's denn irgendwann gehen?

    Nein, ganz offenbar nicht.
    Denn der düstere Faden zieht sich unmunter weiter -
    mitten hinein und quer durchs private Leben.
    In welch vereinnahmendem Ausmaß,
    begreift ein Wal nur sehr langsam.
    Und sowieso nie gänzlich.
    Weil's doch so artfremder Faden ist.
    Alles, was er zu tun vermag,
    ist Signale auffangen und diese -
    ungeachtet ihrer Fremdartigkeit -
    möglichst sinnvoll in sein Koordinatensystem
    zu integrieren.

    Dabei entdeckt er nicht selten Verwunderliches.
    Zum Beispiel menschliches Denken und Verhalten
    in punkto persönliche Freiheit und Liebesleben.
    Hiesiger Wal ist ja ein Weibchen.

    Einschub:
    Da geht's übrigens schon los:
    Menschen haben keinerlei Bedenken,
    Walweiber als Weibchen zu bezeichnen -
    ganz egal, wie groß und selbstbestimmt diese sind.
    In jedem Fall sind diese
    größer und selbstbestimmter
    als jedes Menschenweib je sein wird.
    Das jedoch verwahrt sich zumeist
    gegen solche Bezeichnung,
    wittert darin unerträgliche Zumutung,
    weil Verniedlichung.
    Ganz so, als sei nicht schon
    diese Befürchtung einfach nur niedlich.
    Ich meine, wer weiß, wer er ist,
    mag ja darob einige Probleme haben,
    aber Angst vor Verniedlichung
    gehört ganz bestimmt nicht dazu.
    Solcherlei Furcht ist sicheres Indiz dafür,
    dass jemand nicht weiß, wer er ist.
    Denn was kümmert's Eichen bzw. Wale,
    was sich grade an ihnen schubbert?

    Hiesiger Wal ist also ein Weibchen.
    Doch anders als Wale eben dennoch Mensch.
    Weshalb es nur bedingt Herdenleben braucht.
    Kinderaufzucht hat es längst hinter sich.
    Waschechter Grund mehr,
    sich auf sich selbst zu besinnen.
    An Bullen ist es nach wie vor interessiert.
    Leben wär ja auch nur halb so schön,
    blendete man unterhaltsame Gegenpoligkeit aus.
    Man wird ja nicht lahm und taub und unempfindsam,
    nur weil man keinen Nachwuchs mehr will.
    Und so man echtes, sprich freies Weibchen ist,
    hat man auch kein Interesse daran,
    Männchen an kindesstatt zu adoptieren.

    Tatsächlich pflegt man als freies Weibchen
    nur zwei geschlechtsbezogene Optionen.
    Die eine visiert freie Partnerschaft an -
    ohne Brutpflegeambitionen oder ähnliche Knechtschaft.
    Partnerschaft bedeutet nicht Hauptsache-dass,
    sondern in erster Linie Seelenverwandtschaft.
    Ob mit oder ohne Sex -
    die Frage stellt sich erst,
    wenn solcher aus welchen Gründen auch immer,
    nicht möglich ist.
    Sex ist schön und wichtig,
    jedoch nur temporär das Schönste und Wichtigste.
    Woraus sich stringent zweite Option ergibt:
    Zumindest temporär möchte Sex
    schon mal Schönstes und Wichtigstes sein.
    Türlich ist Sex mit Seelenpartner Allerschönstes.
    Aber es gibt bestimmt 103 Gründe,
    solchen nicht erleben zu können.
    Soll man sich deshalb die Kugel geben?
    Wäre hochgradig albern,
    weil völlig ausreicht,
    darob manch trauriges Lied zu singen.
    Man ist, was man ist
    und genauso lebt man sich -
    wie auch immer das im Einzelfall aussieht.

    Das Gros geländersüchtiger Menschen
    sieht das viel verkrampfter.
    Wider alle echten Gegebenheiten
    wird da Du-darfst und Du-darfst-nicht postuliert.
    Ganz so, als sei dies je ernsthafte Frage gewesen.
    Ich darf grundsätzlich alles.
    Und tu darum grundsätzlich alles,
    was mir und nur mir richtig erscheint.
    Wessen Stimme als der meinen
    sollte ich denn sonst folgen?
    Der der Erwartung und Enttäuschung anderswo?
    Ja HimmelArschundZwirn, wo käme ich denn hin,
    wenn ich Zweisamkeit als solch billigen Kuhhandel
    erachtete und behandelte?
    Ist doch nicht meine Kanne Bier,
    wenn jemand versäumte, selbstbewusst zu werden.
    Muss ich humpeln, nur weil's Hinkende gibt?
    So naiv, das für mir angemessen zu halten,
    war ich noch nie.

    Dito nicht naiv genug,
    aus Angelogenwerden Vertrauensfrage zu schnitzen.
    Von mir aus kann lügen, wer will.
    Tut mir nicht weh.
    Denn viel mehr als Lügen
    interessieren mich die Gründe für solche.
    Und natürlich das:
    Wer mich anlügt, hält mich für klein.
    Und wer mich für klein hält,
    ist zu klein für mich.
    Unterm Strich also bloße Formatfrage.
    So einfach.

    Bezeichnend jedoch,
    wie spießbürgerliche Doppelmoral
    ruckzuck säuerlichen Zeigefinger hebt,
    sobald Weibchen selbstbestimmenden Kurs schwimmt.
    Da wird dann geprokelt und gespannt,
    was es denn zu spielen beliebt,
    wenn es spielt.
    Stets bemüht, wenn schon keinen handfesten,
    dann doch wenigstens
    psychosomatischen Strick zu knüpfen.
    Denn wohin käme Spießbürgers Welt schließlich,
    wenn seine heimliche Ruckzuck-Schmuddel-Nummer
    plötzlich als zwanghaftes
    Ich-Will-Trotzalledem dastünde,
    derweil andere frank und frei spielen,
    was ihnen gerade gefällt?
    Ob Päpstin, Luder oder Gänseblümchen -
    freie Walweibchen entscheiden selbst,
    was sie wann mit wem spielen mögen.
    Im Wissen darum,
    dass sie spätestens am Tag darauf
    wieder allein unterwegs sind.
    Im Vorbeigleiten schappen sie schon mal
    nachhechelnde Bildzeitungsschlagzeilen auf,
    stutzen kurz, denken dann 'Uuups - na, sowas!'
    und schwimmen schmunzelnd weiter.

    Ich hab keinen launischen Kindskopf an der Backe,
    den ich kompensieren muss.
    Und werd auch noch mit 70
    interessant genug sein,
    ohne mütterliches Gedöhns
    und / oder andere Überdosen zu faszinieren.
    Darum muss ich nicht lügen.
    Und darf sogar zittern.
    Ja, ich genieße meine Freiheit -
    mit aller Vielfalt, die sie mir schenkt.
    Und fast mehr noch mit dem,
    was ich nicht brauche.

    Andere mögen allergisch
    auf gelebte Freiheit reagieren -
    sei ihnen unbenommen.
    Ich meinerseits hab was gegen Enge.
    Halt jedem seins.
    Vom Mögen hält mich meins nicht ab.

    .....

    Die Sache ist einfach die:
    Hiesiges Problem war noch nie Nicht-Können.
    Wird's auch nie sein.
    Hiesiges Nicht-Problem heißt Nicht-Wollen.
    Immer dann, wenn's mir beliebt.
    Dagegen ist kein externes Kraut gewachsen.
    Galerien sind auch bloß bescheidene Kontrollversuche.

    .....

    Ansonsten ist die neue Lieblingsbar
    einfach nur geil.
    Dass hier Schmutziges weißgewaschen wird,
    hab ich schon beim Türöffnen gerochen.
    Sollte mich das etwa hindern,
    mich hier wohl zu fühlen?
    Gar, die zu sein, die ich bin?
    Nicht doch.
    Derlei überlass ich
    Jugendzentrumsinitiativen und Ewiggestrigen.

    :))

    .....

    Natürlich bin ich unterschwellig
    noch immer zornig.
    Gibt schließlich nix,
    dass diesen Zorn
    hätte mildern können -
    tiefer, als Oberfläche reicht.
    Gleiches gilt für Traurigkeit.
    Aber es ist und bleibt
    Privatzorn und -traurigkeit.
    So privat, wie die Ursache war.
    Nicht ich hab Ureigenes bloßgestellt.
    Wurde nicht mal gefragt.
    Das nehme ich übel.
    Sehr übel.
    Und seh darum nach wie vor keinen Grund,
    zu schenken, was genommen wurde.
    Alles andere ..... peanuts .....

    .....

    Bei der Dame-Variante 'Schlagdame'
    sind die Regeln die gleichen wie beim Damespiel,
    aber das Spielziel ist ein anderes:
    Wie beim Räuberschach gewinnt derjenige Spieler,
    der als erster alle Steine opfern konnte.
    Vas-banques ..... und top.

    .....

    Sie können nicht mal Rechnung geben.
    Dafür gibt's dubioses Hinterzimmer.
    Boah, müffelt das .....

    :yes:

  • Donnerstag, 19. November '09

    Wenn begabte Schüler wegbrechen,
    weil's Geld hinten und vorn nicht reicht;
    wenn sie auf Nachfrage spontan rausplatzen,
    immer schon von solcher Unterstützung
    geträumt zu haben und man spürt,
    wie sich Tränen ins Stimmchen schleichen -
    was macht man dann als Lehrkraft,
    deren Herz darob blutet?
    Wollwoll .....
    Nutzen wird's wohl nichts.
    Da ist der Stolz im Weg.

    Außer ..... hmmm .....
    wie war das noch gleich
    mit Herrn Galilei und dem kleinen Andrea?
    Schüler vom Schlag Ludovicos
    hab ich wahrlich genug.
    Zumindest was ihr Format angeht.
    Sie kosten Energie und Lebenskraft -
    mehr als ich sagen kann und mag.
    Leuchtende Augensterne
    sind dagegen äußerst rar.
    Und wertvoller als Gold.

    Ein Arrangement will gefunden werden.
    Das niemanden brüskiert.
    Herr Galilei wär denkbar guter Aufhänger.
    Hmhmhm .....

  • Mittwoch, 18. November '09

    Ist Stimmungsfarbe des Augenblicks
    erstmal verflogen, weiß niemand mehr,
    wie sie überhaupt je möglich war.
    Geschweige denn, dass er sich ihrer
    anders als nur vermerkend erinnert.
    Gilt wenigstens für das Bewusstsein.
    Jenes darunter erinnert gänzlich anders.
    Behält es doch das Gefühl.
    Tiefer als Tatoos Farbe behalten.
    In solcher Tiefe
    ist jeder Kampf gegen Farben vergebens.
    Erst recht,
    wenn es einzig verbliebene Farben sind.

    Sag mir nur eines, Himmel:
    Wann endlich wird siebtes Glied vorüber sein?

    Wollte ich, wie ich könnte,
    ich zeichnete Kurven.
    Fein säuberlich in Millimeterpapier.
    Kurven, die sich endlos wiederholten -
    nach wie zu tiefer und tiefer prägend.

    Was hat es mich erzürnt,
    faunsches Totschlagargument von neulich.
    Weil ich es als eben solches empfand.
    Faune mögen nicht weit blicken -
    lügen tun sie selten.
    Sie sind keine Lösung,
    doch immerhin so essentiell,
    dass man ihres nicht leugnen kann.
    Nicht auf Dauer jedenfalls.
    Elementargeister,
    die eigene überschaubare Antwort
    auf gegebene Einsamkeit pflegen.
    Nicht die meine.
    Fast möcht ich denken: leider .....

    Es gibt Kummer,
    der so groß ist und so gewaltig,
    dass nichts und niemand
    von ihm befreien kann.
    Unaussprechlicher Kummer.
    Könnte man ihn aussprechen
    oder auch nur ausleben -
    er wäre nicht, der er ist.
    Leblosigkeit
    ist einzige Antwort auf ihn.

    Obschon die Antwort auf ihn
    unausweichlich scheint,
    stirbt die Hoffnung
    wohl tatsächlich zuletzt.
    Auch wenn sie
    von Tag zu Tag bescheidener wird.
    Derweil sie vermutlich wächst.
    Ins Unermessliche, Irreale,
    nie zu Erreichende.
    Ich kann einfach nicht aufgeben.
    Nicht mal, wenn ich es tue.

    Arrangement
    ist der Erlösung Tod.

    Schweinische Krankheit rückt nah.
    Sehr nah.
    Für die meisten wär's zu nah.
    In mir ändert dies nichts:
    Es gibt kein Zu-Nah -
    dort, wo sich Gros fürchtet.
    An anderem Ort schon.
    Längst überschritten.
    Leben auf verbrannter Erde.
    Was kümmern mich Viren?

    Wahrheit ist schlicht.
    Alles andere bloß Brimborium.
    Brenn ich die Kerze
    nicht billig an zwei Enden ab,
    leg ich Feuer in ihrer Mitte.
    Und beruhige derweil
    den Rest der Welt.
    In vollem Bewusstsein.
    Solches hat sie mich gelehrt.
    Nebst manch anderm,
    das niemand braucht.

    Kummer, der unaussprechlich ist.
    Ich nehm ihn einfach mit.
    Kein Grund mehr,
    in die Welt zu greifen.
    Jedwedes
    Gewese der Welt schmeckt schal.
    I had a dream .....

    Funktionieren geht noch.

    .....

    Und manchmal tut einfach unsäglich gut,
    dass Gott den Menschen nach seinem Bild erschuf -
    also als Mann und Frau.
    Hätte er sich doch auf sehr viel fadere
    Konzeption versteifen können.

    :yes:

  • Dienstag, 17. November '09

    Den Dingen auf den Grund gehen,
    ohne dabei im eigenen Rücken zu enden -
    wie viel einfacher, sich dies vorzunehmen,
    als es tatsächlich zu unternehmen.
    Ist man doch immer und überall
    nicht zu isolierender Teil des Gefüges
    und weiß oft genug nicht zu unterscheiden,
    woher welcher gefühlte Wind weht.
    Weil nicht mal exakt, was dieser fühlen lässt.
    Nichts ist so, wie es scheint.
    Geschweige denn bleibt es so.

    Mittlerweile schwimmt hiesiger Wal
    wieder halbwegs stabil.
    Ausreichender Arbeit sei Dank.
    Der Wal empfindet sie einmal mehr als Segen.
    Noch am Morgen war ihm,
    als stünde Strandung
    und Ersticken am Eigengewicht kurz bevor.
    Eben das war das Morgenbild:
    Ich bin ein Wal,
    der nicht eben schwach wirkt.
    Und doch genügt Kaffeekränzchen
    echolotbestückter Schiffe,
    um ihn völlig aus der Bahn zu werfen.
    Er will niemandem etwas tun -
    nur in Frieden seine Wege ziehen.
    Doch was kann er machen,
    wenn ihm Orientierung genommen wird?
    Gezwungen, Luft zu holen,
    versucht er gleichermaßen,
    sich in tiefe Sicherheit zu bringen.
    Weil er weiß, welchen Wellenschlag
    sein hilfloses Trudeln verursacht.
    Und was dieses für ihn bedeutet.
    So tief kann kein Meer sein,
    dass es nicht trotzdem Turbulenzen weitergibt.
    Flucht, die so oder so Attacke ist.

    Wale sind feinfühlige Geschöpfe.
    Ihre Sinne nehmen wahr,
    was ihr Bewusstsein verdrängen will.
    Das sich dem nicht entziehen kann,
    sei es auch verzögert.
    Doch alle Feinfühligkeit
    vermag nicht hinreichend zu ordnen,
    was auf die Sinne einstürmt.
    Dazu bedarf es anderen Instruments.
    Nämlich jenes,
    welches nicht mehr exakt taktet,
    wenn erstmal Panik herrscht.
    Panik kommt von Pan.
    Gesegnet sei Arbeit,
    die wohltuenden Abstand bringt.

    Wer Intensität sucht,
    weil es ihm an solcher gebricht,
    hat keine Vorstellung davon,
    wie intensiv Echo-Orientierung ist.
    Und was es heißt, wenn Chaos regiert -
    ausgelöst durch nichts weiter,
    als Kaffeekränzchen sich überlagernder Signale,
    verstärkt mittels zellularer Erinnerung.

    Am längsten dauernde Wal-Erkenntnis
    ist die der eigenen Empfindsamkeit.
    Weit davor kommt die
    der eigenen Wirksamkeit.

    .....

    Ich weiß nicht,
    wie man Empfindung runterbricht.
    Obwohl ich beständig
    und auch lange schon
    nach Wegen suche, es zu tun.
    Können kann ich es nicht.
    Jedenfalls nicht im Moment,
    da Empfindung Besitz ergreift.
    Nur ein bisschen regulieren.
    Was im Außen erfahrungsgemäß
    als Längstens-nicht-genug ankommt.
    Anyway, denn Außen folgt Innen
    und ist somit glasklar sekundär.
    Nur nicht den Fehler begehen,
    Primäres daraus zu schnitzen.
    So gesatteltes Pferd kann nicht rennen.

    .....

    Ich weiß nicht,
    was genau mich so aus der Bahn warf.
    War es tatsächlich der kleine Bolide?
    He himself wohl kaum -
    eher das, was er in mir berührt.
    Davon weiß er nichts,
    dafür kann er nichts.
    Und nichts will ich weniger,
    als ihn dafür büßen lassen,
    dass er unwissend berührt.
    Ich mag Boliden.
    Was gelogen ist.
    Denn ich liebe sie.
    Boliden sind robust und verlässlich.
    Und Gedankenschwermut erleichternd.
    Ähnlich wie Wale
    sind sie stark und sanft zugleich.
    Sie haben Kurven,
    die sonst niemand hat.
    Zeit und Raum überbrückend.
    Sie sind, was sie sind -
    ohne Theorie und Kauderwelsch.
    Und dabei so sensibel.
    Ja, ich liebe Boliden.

    Trotzdem bin ich ich.
    Eben das ist einziges Problem,
    weil Liebeshindernis.
    Die schlanken Hähne dieser Welt -
    Boliden mögen sie für Problem halten,
    für mich sind sie es nicht.
    Wale spielen gern.
    Mit allem, was sie zum Spielen animiert.
    Vorzugsweise mit solchem,
    von dem sie spüren,
    dass es schlanker ist als sie.
    Gemütsmäßig.
    Derlei kann schließlich ausweichen -
    egal, was es zu postulieren beliebt.

    Mit Boliden spielen sie nicht.
    Allenfalls unbewusst,
    weil soviel Kraft innewohnt.
    Und darum prompt auch gewissensschwer.
    Denn gültige Wahrheit im Waluniversum:
    Mit Boliden spielt man nicht -
    man streichelt sie nur.
    Und weint bittere Selbstzweifel,
    wenn dies bei ihnen als Spielen ankommt.
    Weil man doch weiß,
    dass für Boliden
    Spielen tiefster Ernst ist.

    .....

    Ich hab lang nachgedacht.
    Sehr lang.
    Um genau zu sein: verdammt lang.
    Wale können zumeist
    besser denken als Boliden.
    Vermutlich tun sie's nur gründlicher.
    Außer, sie treffen auf einen,
    der walverwandte Seele in sich trägt.
    Dann wird's prekär.
    Drachen haben solche Seele.
    Denn Drachen sind einerseits Boliden,
    andererseits ätherische Geschöpfe.
    Ob sie sich als Drachen gebären,
    obliegt Zeit und Raum.
    Wale dagegen haben Gespür für alles,
    was Drache werden könnte.
    Wenn es ein solches Ei gibt,
    finden sie es.
    Und beschnuppern es sehr interessiert.

    Mit Magie ist das so eine Sache.
    Man kann wissen, was man will -
    widerstehen kann man ihr nicht.
    Dazu ist sie zu alt
    und längst mit allen Wassern gewaschen.
    Was jedoch nicht heißt,
    dass man wie Lämmchen
    in die Knie vor ihr geht.
    Für solch pubertäre Albernheit
    ist Walseele wiederum zu alt.
    Die stürzt sich nicht
    in mal eben aufgefangenen Duft,
    der unwiderstehlich kitzelt.
    Weiß sie doch nur zu gut,
    was ihr dieser bedeutet.

    Natürlich ist er ihr Lebenselexier.
    Dumm, wer jene Magie leugnet.
    Doch Drachenei hält nicht
    ausgewachsener Walbelastung stand.
    Ist einfach so.
    Wale wissen das.
    Und sind weit davon entfernt,
    dekadentes Vergnügen
    an Schoßtieren zu haben.
    Sehen sie doch in Schoßtieren
    verhindertes Recht auf Freiheit,
    die ihnen näher als alles ist.

    Nicht einfach, zugleich mächtiges
    und hypersensibles Wesen zu sein.
    Echt nicht.
    Von entsprechenden Bedürfnissen,
    die gleichberechtigt ans Licht drängen,
    ganz abgesehen.
    Mag es auch überheblich klingen,
    unwahr ist es deshalb nicht:
    Sei froh, kleiner Bolide,
    dass ich dich nur bisschen anstupste.
    Nicht Hähnchen sind dein Hindernis,
    sondern schlichtweg zu großer Fisch,
    der keiner ist.
    Ich wünschte, du könntest glauben,
    dass es so ist.
    Dann stünde Freundschaft nichts im Weg.
    Echter, weil solcher ohne Illusion.
    Ich mag nicht wehtun, um zu überzeugen.
    Weder dir noch mir.
    Aber ich tu's,
    wenn ich keinen anderen Weg sehe.

    Hähnchen lassen sich erobern.
    Boliden nicht.
    Die wollen redlich gewonnen werden.
    Mit Walen verhält es sich ähnlich.
    Und doch wiederum ganz anders.
    Deshalb können sie singen.

    .....

    Im übrigen sind Drachen echte Arschlöcher.
    Weshalb man sie am besten
    beizeiten zum Teufel jagt.
    Was nicht immer wirklich gelingt.
    In dem Fall muss man halt durch -
    koste es, was es wolle.

    War schon immer so:
    Magie stinkt. Baaaaaah .....

    .....

    Was haben alle Boliden gemeinsam -
    egal, ob Noch-nicht- oder Schon-Drachen?
    Genau:
    Sie kneifen, wenn's um Eigeninitiative geht.
    Folgsam kleine starke Brocken .....

    .....

    Der Unterschied zwischen Walen und Boliden?
    Erstere können immer, wenn sie beschließen,
    dass hier und jetzt der richtige Moment.
    Letzteren sitzt das Gewissen im Schwanz.
    Nein, ich will keinen Krieg.
    Aber für dumm verkaufen
    lass ich mich trotzdem nicht.

  • Freitagnacht, nicht mehr 13.

    Kontrolle ist gut,
    Ablenkung sowieso.
    Doch beides nicht alles.
    Liegt's am Heute oder Morgen,
    an der Musik oder schlicht
    an Erinnerung, die drängt?
    Spielt keine Rolle - es ist da.
    Ich kann nichts dagegen tun.
    Versucht hab ich's allemal.

    Wenn Hier und Jetzt
    zu Erinnerung wird,
    gibt es nichts mehr,
    das davor bewahren kann -
    keine Ratio, kein Verstand,
    nicht Wille oder Aufbegehr.
    Sargnagel Vergangenheit.

  • Mittwoch, 11. November '09

    Seit gestern also hat er endlich einen Namen -
    der fast lebenslange Begleiter

    Guten Tag, Herr ITie.
    Selbstverständlich sind Sie männlich.
    Waren Sie für mich schon immer;
    auch als ich Ihren Namen noch nicht wusste,
    weil niemand ihn mir sagen konnte,
    dafür viele eigene Ursachenzuweisung betrieben.
    Seit gestern weiß ich ebenfalls,
    dass dies ganz offiziell zu Ihren
    leidigsten Begleiterscheinungen gehört.
    Also das mit der Ursachenzuweisung.
    Natürlich wusste ich das auch schon vorher -
    schließlich erlebe ich sie seit Jahrzehnten.
    Wie ich überhaupt sehr viel über Sie weiß.
    Bleibt ja nicht aus
    bei lebenslangem Hand-in-Hand.

    Soso, Sie sind also eine Krankheit,
    fortschreitende noch dazu.
    Eine von denen,
    die zu Lebensunfähigkeit führen können.
    Und ich Schneckchen dachte naiv,
    ich hätte nur eine solche Anomalie.
    Welcher ich ja bislang
    erfolgreich Schnippchen schlug.
    Wissen Sie was, Herr ITie?
    Genauso werde ich es mit Ihnen halten.
    Weil ich es immer schon tat.
    Namen sind Schall und Rauch -
    durchaus nett, zu wissen, wie einer heißt.
    Jedoch wesentlich ist ganz Anderes.

    Heute erhielt ich
    Kompliment zu meinen Nägeln.
    Ernst gemeintes.
    War nicht das erste seiner Art,
    wird auch nicht das letzte bleiben.
    Sagte ich nicht erst neulich,
    dass es sie vermutlich
    nur deshalb so gibt, wie es sie gibt,
    weil ich mir ein ums andere mal
    selbst beweisen muss,
    dass sie mir noch möglich sind?
    Eben darum kämen mir
    künstliche auch nie ins Haus
    Früher mögen sie anderes bedeutet haben -
    heute sind sie Beleg von Handlungsfähigkeit.

    Seit gestern las ich viel
    über Ihre angeblichen Ursachen, Herr ITie.
    Und auch über nichts wissende
    und darum brachiale Behandlungsmethoden.
    Okay, mich hat selten jemand gefragt -
    die meisten Zeitgenossen
    waren viel zu sehr damit befasst,
    unangenehme Assoziationen totzuschweigen,
    als dass sie gewagt hätten,
    sich näher zu erkundigen.
    Dabei hielt ich doch nie
    hinterm Berg mit Ihnen, Herr ITie,
    spürte ich doch schon früh,
    dass Tabuisierung zwecklos ist.
    Bezeichnend jedoch,
    dass Gros keine Offenheit verträgt,
    wenn sie ihm begegnet.

    Klar zog ich daraus Rückschlüsse.
    Vielleicht nicht immer richtige,
    doch oft genug recht treffgenaue.
    Und behielt sie angesichts
    allgemeiner Verweigerung meist für mich.
    Reichte hausintern doch völlig,
    mich vor mir zu behaupten:
    Was kümmert mich schon Rest der Welt,
    der sich herzlich wenig um mich kümmert?

    Mag erhaltendes Überlebensdenken sein,
    aber sicher nicht Weisheit letzter Schluss.
    Der Bogen vom Alpha zum Omega
    liegt in der Transparenz.
    Auch das weiß ich.
    Nur kann ich dieses Wissen
    nicht so umsetzen,
    wie ich es gerne täte.
    Da bin ich selbst vor.
    Also das, was ich bin, weil wurde.

    Es gibt recht viele,
    denen Sie ständiger Begleiter sind, Herr ITie.
    Und offenbar die wenigsten davon
    sind annähernd so stark wie ich.
    Weshalb sie häufig
    Begleiterscheinungen zum Opfer fallen.
    Betablocker gegen Stress,
    der angetragen wird -
    wenn ich das schon höre,
    wird mir nur noch schlecht.
    Ich verspreche Ihnen in bebende Hand,
    kein Alk-Problem zu züchten.
    Da ist mein Freiheitsbewusstsein vor.
    Aber Glas Wein ist allemal ehrlicher,
    als Pillenscheiße jedweder Art.

    Herr ITie, Sie haben meinen Respekt.
    Sind Sie doch echte Herausforderung.
    Und ich danke Ihnen,
    dass Sie mich entgegen sonstiger Gewohnheit
    von Kindesbeinen an begleiten.
    Denn so gaben Sie mir Gelegenheit,
    mit Ihnen leben zu lernen.
    Und an Ihnen zu erstarken.
    Andere trifft es sehr viel später
    und damit hundsgemeiner.

    Ich kenne Sie schon zu lange,
    um sie nicht
    als persönlichen Begleiter zu sehen.
    Natürlich haben Sie mir
    im Lauf unseres Weges einiges eingebrockt,
    was sich niemand wünscht:
    Fremdeindruck der Hysterie, chronischer Angst,
    Alkohol- und Drogensucht, Charakterschwäche;
    nicht zuletzt Berufswunschvereitelung.
    Selten sah jemand hinter Vorurteil,
    das nicht meinem Sein entsprach.
    Und ich?
    Ich gewöhnte mich daran,
    mit derlei Vorurteilen zu leben.
    So gut es eben ging.
    Nicht immer wirklich gut,
    jedoch selbsterhaltend.

    Zwischenstopp

    Ein Beruhigendes hat es,
    Ihren Namen zu wissen.
    Ich kann ihn zukünftig
    immer dann zücken,
    wenn ich merke, dass ich allein -
    also als Persönlichkeit, die ich bin -
    nicht genüge, um Vorurteile zu entkräften.
    Natürlich zum Preis,
    dafür neuen zu begegnen.
    Weshalb ich es wahrscheinlich
    weiterhin so halte wie bisher:
    Ich bin einfach so und völlig okay
    und an dir ist es, dies zu glauben.
    Oder eben auch nicht.
    Fertig aus.

    Ich werde Ihren Namen nicht missbrauchen, Herr ITie.
    So wenig, wie ich es früher tat,
    als er mir noch nicht geläufig,
    Ihre Anwesenheit dagegen ebenso präsent war.
    Es gibt keine Ausreden vor Herausforderungen.
    Allenfalls Erklärungen,
    warum man manche davon nicht besteht,
    obwohl man denkbar Mögliches versucht.
    Mit begrenztem IQ haben Sie ja
    zum Glück nichts zu tun.
    Mit begrenztem Herzverständnis auch nicht.
    Ganz im Gegenteil.
    Jedoch obliegt dieser Aspekt einer Forschung,
    die angemessen noch nicht möglich ist.

    Für mich ist derzeit nur wichtig,
    dass Sie tatsächlich einen Namen haben.
    Und damit dubiosen Dunkelverdacht
    persönlichen Makels rehabilitieren.
    Es lag nie daran, dass ich etwas falsch anging -
    Sie sind eine Krankheit, Herr ITie.
    Genau genommen eine Schwäche,
    aus der man Stärke machen kann -
    in dem Moment,
    da man nicht mehr verzweifelt versucht,
    etwas richtiger zu machen,
    um Sie aus der Welt zu schaffen.

    Nein, weiter gedenke ich mich nicht
    mit Ihnen zu arrangieren, Herr ITie.
    Sie sind da - unleugbar.
    Aber ich war zuerst da.
    Ebenso unleugbar.
    Notwendige Zugeständnisse
    seien Ihnen gewiss.
    Doch kein Stückchen mehr.
    So gleichgültig mir ist,
    ob meine Kurzzeilen Lyrik oder Sonstiges sind,
    so egal ist mir,
    was Sie aus mir machen möchten.
    Oder eben auch nicht.
    ICH war zuerst da.
    Und ICH werde Sie überdauern.
    Was auch immer Sie mit mir anstellen mögen.

    ....................

    Und was Leben außerhalb dessen betrifft,
    was mich wirklich, weil wohltuend berührt:
    Schiebt's euch dorthin, wo keine Sonne scheint!
    Ich brauch keine Arschlöcher,
    die mir noch zusätzlich einschenken.
    Genug ist genug -
    Genug kann und darf genügen.
    Ansonsten hab ich die Haare schön und gut.

    ....................

    Gewachsenes Ambiente -
    nahezu 100 Lenze alt.
    Man sitzt nicht auf
    neuzeitlich dubiosen Stahlrohrstühlen,
    sondern auf Leder mit patinaschmucken Nägeln.
    Hier gilt Tradition noch was.
    Schon sehr lange.

    Unsicher und außer Atem -
    drei Stockwerke Marmortreppe
    verlangen eigenen Preis -
    arrangier ich mich auf einem Platz.
    Bin ich hier richtig?
    Überhaupt gewollt?
    Oder nur geduldete Präsenz,
    die sich eindrängt, wo sie nicht hingehört?
    In jedem Fall anders.
    Erfahrungsgemäß.
    Viel lieber hätte ich weitergearbeitet -
    wurde es doch grade erst richtig interessant.
    Einfach nur arbeiten
    und dabei in Ruhe gelassen werden -
    mehr hab ich nie gewollt.
    Aber das hier ist Kollektivangelegenheit.
    Also misch ich mich mit dazu.
    Außerdem will ich wissen, was hier ist.
    Sollte es falscher Schluss meinerseits sein,
    kann ich nach Deutlichmachung
    ja immer noch gehen.
    So sicher, wie ich mich vor Tafel fühle,
    so unsicher macht mich Konglomerat,
    das mir fremdartig ist -
    in Struktur, Zusammensetzung und insgesamt.
    Ich war und bin Einzelkämpferin -
    Gemeinschaften gibt's nur fern von mir.

    Noch sitze ich nicht,
    da schüttelt er mir die Hand:
    'Schön, dass Sie es möglich machten -
    ich freue mich, dass Sie da sind.'
    Öhm .....
    Nicht augenscheinlich öhm -
    dazu bin ich nun doch zu außenfirm.
    Innerlich dafür umso verwirrter.
    Was ist das hier?
    Und wieso mir?
    Alles so unwirklich.

    Mitten im Vortrag fällt mein Name.
    Ich stehe auf und danke verbeugend.
    Und ganz ganz langsam nur
    wird mir bewusst,
    dass wirklich ich gemeint bin.
    Als eine von sehr wenigen im gesamten Jahr.
    Wie jetzt? Wie, bitte, wie ...?
    Und was überhaupt?
    Ich versteh nur noch Bahnhof.

    Sehr viel später schüttelt er
    nochmal meine Hand.
    Im Vorbeiflug fang ich
    Verständnisfetzen auf:
    Gute Arbeit - wirklich rundum gute -
    ganz ohne Einarbeitung -
    alle sind sehr zufrieden -
    kommen Sie in mein Büro -
    wir müssen miteinander reden .....

    Ich bin zwei und weiß,
    dass ich nichts weiß.
    Bin bloß aufgestanden,
    wenn der Wecker schellte
    und dachte auf jedem Schritt zur Arbeit:
    Mach es, als sei dies dein letzter Tag.
    Wie du es immer gehalten hast.
    Egal, was ist - egal, was kommt -
    du machst es so,
    dass du jederzeit in den Spiegel schauen kannst.
    Vergnügen dabei ist deines,
    Pflicht sollen andere festhalten.
    Mein Job ist hier und heute, sonst nichts.

    Noch Stunden vorher fragten sie mich:
    'Nutzt dir, wenn wir Brief schreiben?
    Wir sagen gern, wie glücklich wir mit dir sind.'
    Noch Stunden vorher dachte ich:
    Feine Geste, die mich wirklich sehr freut -
    bloß über Unmittelbares hinaus genutzt
    hat solche halt noch nie.

    Und auf einmal ist all das relevant -
    ohne ausdrücklichen Hinweis,
    ohne, dass ich oder sonst wer was sagen muss.
    I'm the teacher -
    nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    Keine Ahnung, was noch alles kommen wird,
    aber ich habs tatsächlich ohne Ellenbogen
    in eine Gemeinschaft geschafft,
    die ihresgleichen sucht.
    Dabei ist grade mal knappe Woche her,
    dass mir andere Gemeinschaft
    wie gerade mal geduldetem Subjekt begegnete.
    So, als würde ich es auf Ausnutzung anlegen -
    per se, weil Menschen das nun mal tun,
    wenn man sie nicht
    an entmündigender Kandare führt.
    Womit sie mich verloren.
    Unter solchen Prämissen
    kann und will ich nicht arbeiten.
    Entweder vertraut man mir, oder man lässt es.
    Im Vertrauensfall geb ich gern alles -
    in anderem verweigere ich mich.

    Seit dem Eklat sind alle
    scheißendfreundlich zu mir.
    'Brauchen Sie dies, brauchen Sie jenes -
    ist es Ihnen so recht?
    Keinesfalls wollen wir Sie stören ...'

    Reaktion, die mir genauso
    gegen den Strich geht,
    wie die üble Nachrede zuvor.
    Ich will einfach nur meinen Job machen!
    In einem Raum mit benutzbarer Tafel und Kreide,
    nebst Schwamm und kleinem Wassereimer.
    Tee in der Pause nehm ich gern.
    Zuviel für Kadavergehorsam gewohnte Gehirne?
    Den ganzen Hierarchie-Hickhack -
    bleibt mir damit vom Leib,
    der ist NICHT mein Job.
    War's noch nie.
    Ich hab genug damit zu tun,
    Lebensverständnis und Unterschied
    zwischen Dativ und Akkusativ
    fruchtbar zu vermitteln.
    Und aufzufangen, was höhere Ebene leugnet.
    Bürokratische Intrigenscheiße
    steht nicht auf meinem Plan.

    Nein, einfacher wird es nicht.
    Aber Anerkennung ist wichtig,
    wenn man nicht zum Märtyrer werden will.
    Besonders, wenn man Stigma trägt,
    das Versagen impliziert.

  • Sonntag, 8. November '09

    Nichts einfacher,
    als in Nachbars Garten zu wühlen.
    Und nichts sinnloser.
    Außer, mann nimmt's zum Anlass,
    den eigenen aufzuräumen.
    Besser vorab frühstücken .....

    ......................

    Totschlagargumente sind höchst unfein,
    setzen sie doch auf Gesichtsverlust
    und übertünchen damit Abschottungsbedürfnis.
    Außerdem machen sie mich wütend.
    Mindestens so lange,
    bis mir Sinnvolleres einfällt.
    Nicht gegen gefallenen Hammer,
    sondern jenseits dessen.

    Zum Beispiel das:
    Ich verrammelte Hiesiges auch monatelang.
    So gesehen ebenfalls ein Totschlagversuch.
    Nicht fein, aber legitim.
    Gleiches Recht für alle.

    Und auch dieses:
    Seit zwei Tagen kam ich
    mit hausinterner Herausforderung nicht weiter.
    Zuletzt Geschriebenes schmeckte seltsam.
    Tatsächlich stieß es mächtig auf.
    Nicht, dass es schlecht verfasst wäre.
    Ist es keineswegs.
    Was seltsamen Geschmack allerdings noch verstärkte.
    Weil der Inhalt nicht stimmig ist.
    Am Freitag erwog ich noch,
    sämtliches wegzuwerfen und nochmal neu anzusetzen.
    Aber auch das wollte nicht recht schmecken,
    widerspräche es doch krass dem Flusskonzept.
    Natürliches Mäandern tut das nicht.
    Fällt mir in dem Zusammenhang eben auf:
    Wie entstehen Perlen?
    Genau.
    Die Muschel integriert schmerzhaften Fremdkörper
    geduldig in ihr lebendes Gesamt.
    Auf eine Weise, die sie nicht behindert,
    dafür durchaus bereichert.
    Nichts und niemand hindert mich,
    ebenso zu verfahren.
    Und da anderswo Sackgasse signalisiert wurde,
    nehm ich dieses Signal zum Anlass,
    mich wieder hauseigener Baustelle zuzuwenden.

    Außerdem muss ich noch bisschen verdauen,
    dass ich tatsächlich hiesige Tür öffnete.
    Keine Frage, dass ich dazu stehe.
    Fühlt sich bloß noch reichlich ungewohnt an.

    Doch ja, es waren zwei sehr wertvolle Tage.
    Erst erkannt, dass Widerstand zwecklos ist
    und im nächsten logischen Schritt kurzerhand
    den freien Altar ängstlichen Egos eingerissen.
    Verlorene Zeit schmeckt anders.

    :yes:

    ...........................

    Wer hätte gedacht, dass dieser
    so durch und durch graue Tag
    noch richtig echte Sonne findet?
    Also ich nicht.
    Und grade merk ich,
    in welch erschütterndem Ausmaß
    mir Sonnengewissheit abhanden kam.
    Diesmal nicht angesichts gefühlter Leere,
    sondern ob kaum fassbarer Entdeckung,
    dass es tatsächlich noch
    intelligentes Leben auf diesem Planeten gibt.
    Also jenseits des engstvertrauten.

    Mag banal klingen, gefühlt kommt's jedoch
    überlebensnotwendiger Kochsalzlösung gleich.
    Ganz im Ernst.
    Wenn man sich wochen-, ach, was sag ich,
    gefühlt aeonenlang in Umgebung aufhält,
    die durch dumpfen Trübsinn,
    diktatorischen Esoterikquatsch
    und erbauliche Kochrezepte geprägt ist,
    kann man schon mal auf die Wahnsinnsidee kommen,
    schwanzgesteuerten Blut-und-Erde-Faun
    für unterhaltsame Herausforderung zu halten.
    Schließlich will man nicht ganz einrosten,
    und besser verschrobene Hirngymnastik
    als gar keine.
    Dachte ich jedenfalls bis zum
    engstirnigen Bauchschussversuch letzter Nacht.

    Schon klar, dass ich stattdessen sinnsuchend
    über Tellerrand hätte gucken können.
    Aber was soll ich sagen?
    Schneckensturm folgt ähnlichen Regeln,
    wie der sturer Schäfchen.
    Und sowieso - war's nicht erst gestern,
    dass ich leidigen Widerstandszwang thematisierte?
    Rebellische Zwanghaftigkeiten wollen ordentlich
    durchlitten werden, bevor sie sich erledigen.
    WollWoll.

    Und prompt schenkt mir jemand
    einfach so goldenes Herbstblatt.
    Echtes mit ganz langem Stiel.
    Ja bitte - Leben zu mir.
    Echtes, nicht totgeschwätztes.

    Ein Schwanz ist nicht mehr
    als rührend fleischiges Anhängsel.
    Manchen mag genügen,
    Lorbeerkränzchen auf Eichel zu drücken,
    um in Entzückung zu geraten.
    Es sei ihnen von Herzen gegönnt.
    Hiesig bedarf es halt bisschen mehr,
    Göttlichkeit eines Werkzeugs zu entdecken.
    Und das wiederum gönne ich mir.
    Von und mit ganzem Herzen.

    Ich brauch nicht viel Impuls,
    um erstklassig zu rennen.
    Entscheidend ist,
    dass es der richtige ist.
    Qualität statt Quantität.
    Gilt auch für plumpen Bauchschussversuch.
    Denn es war nur ein Versuch.
    Sozusagen Schuss ins landläufige Blaue.
    Treffen geht anders.
    Selbstbegräbnis dagegen genau so.
    Nix für ungut, weil jedem seins.

    Zum hiesigen Geschehen heute.
    Schwerfällig war der Auftakt.
    Weshalb ich Lauf irgendwann abbrach.
    Hat keinen Zweck, so zu rennen.
    Umso befreiender, wenn man entdeckt,
    dass selbst empfundene Schwerfälligkeit
    in richtige Richtung lief.
    Alles, was fehlte, war Entlastung.
    Darum unbedingt einbauen:
    Schnack mit einem Faun.
    Nein, mit Rache hat das nichts zu tun.
    Eher was mit Gerechtwerden.
    Nie käme mir in den Sinn,
    abzuwerten, was mir Input schenkt.
    Was mich dagegen wirklich anregt,
    ist liebevoll treffsicheres Verstehen.
    Wer braucht und konstruiert schon Feinde?

    Ich kann wirklich nichts dafür,
    dass bei manchem der Verstand
    an der Schwanzspitze endet.
    Denn ob ich will oder nicht:
    meiner fängt dort erst an.
    Und streckt sich entsprechend leicht
    von dort aus in erregende Höhen.
    Ist nun mal so.
    Es lebe die Vielfalt.

    :))

  • Sonntag, 25. Oktober '09

    Ich mag sanfte und leise Menschen.
    Solche, die es für mich fühlbar sind.
    In ihrer Nähe entspannen Krämpfe,
    von denen man zuvor nicht mal wusste,
    dass man sie hat.
    Kein Jagen, kein Hetzen, kein Druck -
    einfach nur selber sein und gut.
    Seelenschön.

    Ganz klein fängt man wieder an.

    anfang

    Allein, sich das einzugestehn,
    ist schon irgendwie ein Anfang.

    Oder nicht?

    leuchten

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